USA, Dezember 2011

Und wieder einen Monat hinter mich gebracht.
Man was hab ich viel gearbeitet. Und nicht nur viel, vor allem auch schnell. Ja man glaubt es kaum, als haette das Marina Café einen Schalter in meinem Hirn umgelegt, arbeite ich wie der Wirbelwind. Aber das ist auch notwenig im Marina.
Aber beginnen wir mit Anfang Dezember.
Halloween ist vorbei und es ist ruhig. Selbst im stressigen Marina Café ist Zeit zum rumstehen und quatschen da und ich lerne meine Kollegen besser kennen. Ich lasse mir einen Tattookuenstler empfehlen und freunde mich mehr und mehr mit einem Rumaenen an.
Ich arbeite gemeinsam mit einem Oestereicher auf dem Salat-und Frtierposten und kann auch bei den anderen viel helfen. Am 8.12. ist dann eine kleine Marina Café interne Weihnachtsfeier mit Wichteln. Ich lass mich ueberreden und mach mit. Allerdings war die Party fuer mich nicht so der Hit. Die Leute mit denen ich am besten klar kam, waren nicht da und ich war die einzigste die kein Geschenk bekommen hat, ob wohl ich etwas verschenkt hab. Egal was solls, Weihnachten ist mir eh nicht wichtig.
Wenige Tage spaeter wird ein Kollege aus dem Marina Café abgezogen. Ausgerechnet der Kollege mit den Tattoos und dem Motorad, auf dem ich bis dahin schon einemal mitgenommen wurde. Es wird still im Marina und die Phillipinos, mit denen schwer um zu gehen ist, uebernehmen die Oberhand.
Es folgt eine sehr langweillige Club-Weihnachtsfeier am 12.12. Ich muss davor und danach arbeiten, sitze muede und appetitlos an einem der geschmueckten Tische. Man bin ich froh, wenn der ganze Weihnachtsscheiss vorbei ist. Aber noch ist es nicht soweit.
Es wird hecktischer im Marina. Je mehr wir uns Weihnachten naehern, umso stressiger wird es. Aber ich gebe mein bestes und renne meinen kleinen Posten so schnell ich kann auf und ab. Scheinbar mit Erfolg, denn ein kleiner Suedfrikaner, den ich von Zeit zu Zeit treffe, erzaehlt mir, dass man positiv ueber mich redet. Am 24.12. ist vorerst mein letzter freier Tag. Nachdem rumaenische Kollegen erfahren haben, dass ich nichts vor hab und kein Geschenk bekommen habe, laden sie mich zum Abendessen in ihr Appartment ein.
Ich verbringe den 24. also damit am Vormittag mit meiner Familie zu skypen und mache mich dann, etwas nervoes und mit sehr bescheidenen Geschenken fuer die drei auf den Weg einmal quer durchs Apartmentdorf.
Ich werde herzlich empfangen und die Geschenke kommen mehr als nur gut an. Wir sitzen und reden. Kaum dass wir mit dem Essen angefangen haben, stoesst noch eine Gruppe aus drei Suedafrikanern zu uns und es wird sehr amuesant. Nicht nur, dass ich mit den drei Rumaenen sehr gut auskomme, nein, ich treffe einen Gamer. Einer der Suedafrikaner, Steve, zeigt uns ein paar Fotos, nachdem wir ueber Tattoos geredt haben. Alles Japanische Kuenstler. Und dazwischen ein Gamerinsider. Ich lach mich kribblig und er verliebt sich spontan in mich (also nicht wirklich verlieben, aber wir quatschen seit dem seeeeehr viel). Nach ueber 6 Stunden gehe ich schliesslich wieder zurueck in mein eigenes Appartment. Ich hab zwar keine Geschenke bekommen, aber dafuer neue Freunde gefunden.
Es wird nun richtig stressig im Marina. Ich weiss ab und an nicht mehr wo mir der Kopf steht, was bei fast 500 Essen zum Mittag aber auch verstaendlich ist. Gluecklicherweise arbeiten ein Rumaene als Koch und Steve als Kellner auch im Marina und ich hab genug Aufheiterung um mich herum.
Trotzdem macht sich die Angst breit. Silvester steht bevor. So langsam lass ich einige wenige wissen, dass ich eine Feuerwerksphobie hab, viel helfen tut mir das aber nicht. Zum Glueck lenkt mich die Arbeit ab. Silvester selbst verbringe ich schliesslich wieder bei de Rumaenen, nachdem ich sie nach Weihnachten ohnehin fast jeden Abend besucht habe. Und es ist ruhig. Zum Glueck.

Irgendwann in diesem Arbeitschaos, an einem freien Tag, war ich auch endlich mal in einem Buchladen. Habe Comiks gekauft und mich anschliessend bei GameStop mit einer XBox und einigen Spielen Unterhaltungstechnisch eingedeckt. Auch wenn der Apartmentfernseher nicht der beste zum Zocken ist, wenigstens muss ich nicht mehr verzichten.
Jetzt vermisse ich also nur noch Berlin und mein Bett… und ich brauche dringend einen neunen Haarschnitt, aber dafuer war im Dezember einefach keine Zeit.

Steve hat sich in der letzten Dezemberwoche als meine neue Muse bewiesen und mir mehrfacht sehr nette Bildideen in den Kopf geredet. Ich zeichne im Akkord und weiss Ende Dezember schon, dass ich in ein paar Tagen das Bild mit meinem persoenlichen Zeitrekord fertigstellen werde. Es ist ein schoenes Gefuehl endlich mal wieder so zu zeichnen und auch von Ausserhalb so viel positives Feetback zu erhalten.

Florida ist also laengst nicht mehr der Fehler fuer den ich es hielt. Ich bin froh hier zu sein, um der neuen Freunde willen. Ich freu mich auf den Januar!

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